Fahrradkauf für Patienten mit Rückenbeschwerden

Nur mit einem optimal eingestellten Fahrrad, radeln Sie wirklich gesund und erholsam

Rauf auf’s Rad und hinaus in die grüne Natur. Das gibt Muckis, befreit von Pfunden und ist urgesund. Irrtum! Das stimmt leider nicht immer, denn mit dem teuersten Drahtesel können Sie trotz modernster Fahrradtechnik Ihre Wirbelsäule derart “verbiegen”, dass Sie Rückenpatient auf Dauer werden. Merke: Radfahren ist nur dann wirklich und auch nachhaltig gesund, wenn Maschine und Mensch aufeinander abgestimmt sind. Und da man die Anatomie des Menschen nicht ändern kann, muss das Fahrrad auf die individuellen Bedürfnisse angepasst sein – nicht umgekehrt.

Ein rückengerecht konzipiertes Fahrrad ist nur der erste Schritt zum gesunden, schmerzfreien Radfahren. Darauf weist die AGR hin. AGR? Ja: die Aktion Gesunder Rücken e. V.. Die gibt es schon seit 1995, und sie beurteilt die Eignung von Alltagsprodukten im Hinblick auf Gesundheit an Rücken und Wirbelsäule. Was nützt eine Matratze von der man sich am Morgen wie durch einen Fleischwolf gedreht erhebt; was nützt ein Bürostuhl, dessen Lehne die Wirbelsäule zum Fragezeichen biegt? Die AGR prüft solche Produkte, und wenn sie ergonomisch an die Bedürfnisse unserer Rückenanatomie angepasst sind, dem Rücken also gut tun, dann erhalten sie das AGR – Gütesiegel. Und das ist mittlerweile bei den Herstellern heiß begehrt, weil es ein besonderes Qualitätsmerkmal darstellt.

Zurück zum Rad: Nicht alle Menschen sind gleich. Fahrräder auch nicht. Aber sie sind leichter an unsere individuellen Bedürfnisse anzupassen als umgekehrt. Deshalb müssen beim guten Rad viele Parameter verstellbar sein, und zwar Sitzhöhe, Sattelposition, Lenkerhöhe, Lenkerneigung, Sattelneigung, Sitzlänge.

Die Sitzhöhe ist der Abstand zwischen Sattel und Pedale. Er sollte so lang sein, dass die Beine beim Treten niemals völlig durchgestreckt sind. (Tipp zum Einstellen: Bei unten stehendem Pedal, sollte die Ferse das Pedal gerade eben erreichen). Sind die Beine nicht exakt gleich lang, richtet man die Sitzhöhe nach dem kürzeren Bein aus. Ist der Längenunterschied zu groß, so kann man ihn durch unterschiedliche Dicke der Pedale ausgleichen.

Bei einem für den Rücken optimierten Rad können Sie den Sattel stufenlos nach vorn oder hinten schieben und damit die Sattelposition einstellen. Dies geschieht am besten mit einem Helfer, während Sie selbst auf dem Rad sitzen. Im Idealfall müsste bei waagerechter Pedalstellung ein Lot von Ihrer vorderen Kniescheibe nach unten genau durch die Mitte des Pedallagers verlaufen.

Die Lenkerhöhe ist eine für die Rückengesundheit ganz entscheidende Einstellung, denn sie bestimmt die Winkelstellung des Rückens zum Becken. Empfohlen wird dabei eine möglichst aufrechte Sitzposition. Wie man die Lenkerhöhe verstellt? Entweder den Vorbau aus der Gabel herausziehen oder den Einstellwinkel des Vorbaus ändern.

Ganz wichtig ist die Haltung der Hände. Nerven dürfen nicht eingeklemmt werden, Blutstau darf nicht auftreten, die Haltung soll komfortabel empfunden werden. Um das zu erreichen, muss die Lenkerneigung verstellbar sein.

Und was ist mit der Sattelneigung? Rutsche ich vorn herunter oder nach hinten weg? Beides ist fatal. Ausgewogen soll es sein. Am besten: Der Sattel ganz leicht vorn angehoben, sodass Sie förmlich auf den Beckenknochen im Tretrhythmus hin- und her rutschen, ohne die Genitalien zu belasten oder zu klemmen.

Bleibt noch die Sitzlänge. Das ist die Entfernung vom Sattel zum Lenker. Und bei dieser Einstellung können Sie Zollstock oder Lot getrost vergessen. Hier zählt lediglich das Komfortgefühl.

Die optimale Sitzposition ergibt sich aus den vorgenannten 6 Parametern, und bei einem guten Fahrrad lässt sich all dieses einstellen. Es sind 6 Parameter für Ihre Gesundheit und für gesunde Bewegung.

In einigen Fahrrad-Fachgeschäften arbeitet Fachpersonal, das zum Thema Rückenleiden geschult ist. Dort werden Sattel und Lenker je nach Erkrankung richtig eingestellt. Der Verein “Aktion Gesunder Rücken e.V.” schult das Personal dort.

Weitere sinnvolle Komponenten, um bequem Rad zu fahren sind ein tiefer Durchstieg, sichere Bremsen und ein gutes Lichtsystem. Für ein komfortables, rückenschonendes Fahrrad liegt die Preisspanne zwischen 700 und 1.000 Euro.

Durch falsche und mangelnde Bewegung entstehen alarmierende Zahlen: 80 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen klagen im Laufe ihres Lebens über Rückenschmerzen. Schätzungen zufolgen sterben laut Kofi Anan, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen weltweit jährlich rund zwei Millionen Menschen, weil sie ihrem Körper Zeit ihres Lebens keine ausreichende Bewegung gegönnt haben.

(Quelle: AGR e.V.)


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