Rückenprobleme: neue Diagnosetechnik

Rund 11 Millionen Menschen leiden in Deutschland zeitweise oder ständig an Rückenschmerzen. Die Ursachen dafür werden jedoch nicht immer erkannt – dazu ist die Wirbelsäule als zentrales Konstruktionselement des Körpers zu komplex. Betroffen können Schmerzrezeptoren in Wirbelkörpern, Bandscheiben, Muskeln, Knorpeln, Nerven, Dornfortsätzen usw. sein. Oft werden in Arztpraxen schmerzstillende Analgetika verabreicht, die auf den gesamten Bewegungsapparat wirken, selbst wenn der Schmerz lediglich lokal entsteht, z. B. im Wirbelkanal oder entzündungsbedingt an Vernarbungen. Die präzise Diagnose gilt deshalb weltweit als besondere Herausforderung für Neurochirurgen und Orthopäden.
Wo steckt der Schmerz? In der Praxisklinik Dr. Schneiderhan in München-Taufkirchen wird neuerdings die Epiduroskopie eingesetzt: Eine lediglich 1,2 Millimeter dünne Sonde schlängelt sich unter Bildschirmkontrolle durch verschiedenste Rückenstrukturen. Orthopäde Dr. Schneiderhan: „Die Spiegelung kann zwischen Entzündungen, Verklebungen, Engstellen oder Resten von Bandscheibenvorfällen unterscheiden, hilft somit beim Aufspüren der Schmerzquelle“.
In leichter Schlafnarkose werden am Patienten eine Spezialkanüle und eine Minisonde unmittelbar an die betroffene Nervenwurzel herangeführt. Danach wird eine individuell abgestimmte Medikamentenmischung eingespritzt, gereizte Nerven auf diese Weise ruhiggestellt. Enzyme lösen rückenmarksnahe Vernarbungen auf, eine konzentrierte Kochsalzlösung lässt außerdem störendes Gewebe schrumpfen, das den Nerv bedrängt.

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