Übernehmen Sie selbst Verantwortung. Stärken Sie Ihren Rücken.

Interview mit dem Präsidenten der Wirbelsäulenliga, Dr. Reinhard Schneiderhan, Wirbelsäulenspezialist und Orthopäde in München.

Herr. Dr. Schneiderhan, wann hatten Sie selbst das letzte Mal Rückenschmerzen?

RS: Gestern. Das liegt an einem degenerativen Thema und daran, dass ich mein Trainingsprogramm diese Woche nicht im gewohnten Rhythmus absolviert habe.

Woher kommen die Schmerzen?

RS: In der Regel durch zu wenig, falsche oder einseitige Bewegung. Außerdem durch natürlichen Verschleiß, der ja bereits im Alter von 20 Jahren beginnen kann und ganz unterschiedlich verläuft. Bei manchen Menschen verursacht er massive Beschwerden. Andre spüren davon wenig.

Wie kann jeder selbst Problemen vorbeugen?

RS: Durch präventive Übungen oder wenn nötig gezieltes Training. Dieses sollte aber zumindest am Anfang unter Anleitung erfolgen. Es ist sinnvoll, sich Übungen zeigen zu lassen und abklären zu lassen, ob schon Veränderungen an der Wirbelsäule vorliegen. Wenn bei einem bestimmten Training, etwa im Fitnessstudio Beschwerden auftreten, sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wann sollte man außerdem noch mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen?

RS: Rückenschmerzen sind immer ein Warnsignal. Tritt nach zwei oder drei Tagen keine Besserung ein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Bei Lähmungs- oder Ausfallerscheinungen ist es angeraten, sofort zu handeln.

Bin ich vor Rückenschmerzen gefeit, wenn ich mein Leben lang Sport treibe?

RS: Nein, nicht unbedingt. Sie würden aber frühzeitig merken, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist. Wichtig ist, dass man in sich hineinhört und nicht einfach irgendwelche Ratschläge befolgt. Man sollte sich selbst immer fragen: Was tut mir körperlich, geistig und psychisch gut? Wie intensiv will ich mich bewegen? Das richtige Maß an Bewegung und Training ist eine Frage der Selbstreflexion. Es ist wichtig, dass jeder selbst herausfindet, was für seine körperliche Leistungsfähigkeit und sein psychisches Gleichgewicht am besten ist.

Das ist nicht immer einfach. Haben Sie noch einen Tipp, was dem Rücken im Allgemeinen gut tut oder fast immer schadet?

RS: Grundsätzlich gilt: Es kommt auf das Maß an. Die Dosis macht das Gift. Wenn jemand mit Rückenproblemen nur Laufen geht, ist das falsch. Wenn er das sehr lange macht, schadet er sich. Auch Schwimmen ist nicht immer gut für den Rücken. So positiv sich Rücken- oder Brustschwimmen auswirken können, so sehr belastet der Delphin einen untrainierten Rücken. Radfahren bringt relativ wenig, aber es belastet auch nicht. Zu den Sportarten, die eher ungünstig für den Rücken sind, zählen solche, die einseitig durchgeführt werden. Meine Empfehlung ist es, den goldenen Mittelweg individuell zu suchen.

Vielen Dank für das Gespräch!


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