Selbsthilfegruppen
"Es war so gut aufgefangen zu sein und mit Menschen sprechen zu können, die mich verstehen. Ich schaffte es aus diesem Teufelskreis auszubrechen und viele andere mit mir." (aus dem Beitrag einer Newsgroup)
Menschen, die mit ihrem Problem in eine Selbsthilfegruppe gehen, haben alle ähnliches zu berichten. Sie fühlen sich besser verstanden, weil sie mit Menschen zusammen sind, die mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Oft können sogar Freunde und Familienangehörige nicht ausreichende Hilfestellungen für die Betroffenen geben, da sie mit dem Problem einfach nicht in der gleichen Weise konfrontiert sind. Leider bleibt es oft nicht beim eigentlichen Leiden, z.B. chronische Rückenschmerzen, an sich, sondern es kommt oft auch zu Nebenwirkungen wie Depressionen oder zunehmende Isolation. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit einen ersten Schritt zur Überwindung des Problems zu tun.
Auch für Menschen mit Rücken- und Wirbelsäulenproblemen gibt es Selbsthilfegruppen, in die Betroffene gehen können. Dort kann man sich über Erfahrungen und Therapieverfahren oder Ärzte austauschen und neue Motivation erhalten.
Definiton
Der Fachverband Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. definiert Selbsthilfegruppen folgendermaßen:
"Selbsthilfegruppen sind freiwillige, meist lose Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, psychischen oder sozialen Problemen richten, von denen sie - entweder selber oder als Angehörige - betroffen sind.
Sie wollen mit ihrer Arbeit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung ihrer persönlichen Lebensumstände und häufig auch ein Hineinwirken in ihr soziales und politisches Umfeld.
In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit betonen sie Authentizität, Gleichberechtigung, gemeinsames Gespräch und gegenseitige Hilfe. Die Gruppe ist dabei ein Mittel, die äußere (soziale, gesellschaftliche) und die innere (persönliche, seelische) Isolation aufzuheben.
Die Ziele von Selbsthilfegruppen richten sich vor allem auf ihre Mitglieder und nicht auf Außenstehende; darin unterscheiden sie sich von anderen Formen des Bürgerengagements. Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helfern geleitet; manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu."
Grundsätze
Die Deutsche Schmerzhilfe im Internet (http://www.schmerzselbsthilfe.de) stellt folgende Grundsätze für eine Selbsthilfegruppe auf:
- Freiwilligkeit:
"In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen aus eigener Initiative zusammen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen."
- Selbstbetroffenheit:
"Grundgedanke ist, dass Personen, die von Krankheiten, Lebensproblemen oder Konfliktsituationen selbst betroffen sind, eine Gruppe bilden.
Es gibt auch Gruppen, in denen sich Angehörige Betroffener austauschen.
Je nach Zielsetzung kann es auch sinnvoll sein, dass Fachleute (Krankengymnast(inn)en, Sozialarbeiterlinnen, Ärzte/Ärztinnen usw.) in einer Gruppe zeitweilig mitarbeiten."
- Selbstbestimmung:
"Innerhalb der Selbsthilfegruppe bestimmen die Teilnehmerinnen selbst, was und wie viel sie von sich in die Gruppe einbringen."
- Gleichberechtigung:
"Die Gruppenteilnehmerlnnen sind gleichberechtigt und versuchen, Abhängigkeiten zu vermeiden bzw. abzubauen.
Dies kann z.B. dadurch gefördert werden, dass anfallende Aufgaben abwechselnd von verschiedenen Teilnehmerlnnen wahrgenommen werden."
- Gruppengröße:
"Die Mitglieder bestimmen selbst, wie groß die Gruppe werden soll und aus welchem Personenkreis sie sich zusammensetzt.
Erfahrungen haben gezeigt, dass Gruppen, die hauptsächlich in persönlichen Gesprächen ihre Probleme und Konflikte bearbeiten wollen, etwa 6 bis 12 Personen umfassen sollten. Weitere Interessierte können eine neue Gruppe bilden."
- Regelmäßigkeit, Kontinuität:
"Die Gruppe sollte sich regelmäßig, möglichst wöchentlich treffen.
Dies ist besonders in der Anfangsphase wichtig, damit das Gefühl der Fremdheit abgebaut wird (bzw. nicht immer wieder neu entsteht) und sich ein Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Hierfür ist ebenfalls wichtig, dass die Teilnehmerlnnen regelmäßig zu den Treffen kommen und die Zusammensetzung der Gruppe nicht ständig wechselt."
- Verschwiegenheit
"Alles, was in der Gruppe besprochen wird, muss auch in der Gruppe bleiben und darf nicht nach außen getragen werden."
Links
Adressen
- Dachverband des Freundeskreises der Wirbelsäulenerkrankten e.V.
Mainzer Ring 22
D-34560 Fritzlar
Telefon: 05622 / 2155
Fax: 05622 / 4731
- Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen
in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Justus-Liebig-Universität Gießen
Friedrichstr. 33
35392 Gießen
Telefon: 0641 / 99 456 12
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